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| Geschrieben von: Birgit Kroher | |||
Schals
In Indien gehört der Schal (Hindi: Dupatta) ganz selbstverständlich zur Kleidung der Frau, die einen Salwar Kamez trägt. Er wird sowohl bei der Arbeit als auch zum Ausgehen getragen. Ursprünglich war der Schal ein traditionelles Kleidungsstück und diente als eine Art Schleier. Er sollte außerdem Kopf, Schultern, die Brust und den Rücken der Frau verbergen. Heutzutage wird er traditionell in der Art getragen, daß man das Mittelstück des Schals vor der Brust drapiert und die beiden Enden locker über die Schultern beidseits fallen läßt. Aber auch hier sind der Kreativität der Trägerin keine Grenzen gesetzt. Die Mode hat schon längst Einzug gehalten. So findet man eine unendlich große Vielfalt an Mustern und Farben bei wiederum sehr vielseitigen Materialien.
Baumwolle ist wohl eine der ältesten Stoffe für Bekleidung. Sie wurde schon in den alten, religiösen Schriften der Hindus, den Veden in Zusammenhang mit den Saris vor ca. 3000 bis 5000 Jahren erwähnt. Das einfachste und billigste Material stellt Polyester dar. Es ist deshalb sehr verbreitet, da es unkompliziert beim Tragen und Waschen ist - man bedenke die Temperaturen von über 40°C in den Monaten April bis September/Oktober oder tropisch-feuchte 33°C. Es trocknet schnell und kann sofort wieder verwendet werden. Seide ist auch in Indien Zeichen für einen gefüllten Geldbeutel und wird von der einfachen Frau auf der Straße praktisch nicht getragen. Man ist überrascht von dem unterschiedlichen Aussehen der Seide: hauchdünn, glänzend, matt zurückhaltend, luftig leicht oder wärmend, schwer mit Gold- und Silberfäden. Erwähnenswert sind unbedingt noch Viskose, Wolle und Pashmina. Pashmina ist die Bezeichnung für ein Tuch, das aus Cashmerewolle (70 %) und Seide (30%) gefertigt wird. Kaschmirwolle wird aus dem Unterflaum der Kaschmirziege gewonnen, wobei es sich bei der Kaschmirziege um einen Sammelbegriff von ca. 20 Ziegenrassen handelt, die alle extrem robust sind und im Himalya über 3000m leben. Der Ertrag pro Ziege ist nur ca. 120 - 300 g im Jahr, woraus sich die edle Qualität und damit der überdurchschnittliche Preis ergibt. Leider gab es in den letzten Jahren und gibt es immer wieder Verwechslungen, Täuschungen oder Fälschungen, da in Schals "Pashmina"-Etiketten eingenäht waren. Diese Schals bestanden aber nur aus einfachen Kunstfasern und haben so die kostbare Qualität des Kaschmir und Pashmina in Verruf gebracht. Großen Raum nehmen in Indien die "Material-Mix-Tücher" ein, das sind überwiegend Wolle/Seide, Seide/Viskose, Wolle/Polyester, Seide/Polyester, Baumwolle/Polyester.
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